Stromspeicher Solaranlage an der Wand

Lohnt sich ein Stromspeicher 2025?

Wer eine Photovoltaikanlage plant, überlegt oft, ob zusätzlich ein Stromspeicher eingebaut werden soll. Ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch erhöhen und macht unabhängiger vom Stromnetz. Gleichzeitig verursacht er zusätzliche Kosten, die sich nicht in jedem Fall sofort rechnen.

Ob sich ein Stromspeicher in der Schweiz im Jahr 2026 lohnt, hängt vor allem vom Strompreis, vom eigenen Verbrauch, von der Einspeisevergütung und von den Kosten des Speichers ab. In diesem Beitrag zeigen wir mit typischen Zahlen aus der Praxis, wann ein Stromspeicher wirtschaftlich sinnvoll ist und wann eine Photovoltaikanlage ohne Speicher die bessere Lösung sein kann.

Warum ein Stromspeicher bei einer Photovoltaikanlage eingesetzt wird

Eine Photovoltaikanlage produziert den meisten Strom tagsüber, wenn die Sonne scheint. In vielen Haushalten liegt der Stromverbrauch aber vor allem am Morgen und am Abend. Ohne Speicher wird deshalb ein grosser Teil des erzeugten Solarstroms ins Netz eingespeist.

Mit einem Stromspeicher kann dieser Strom zwischengespeichert und später genutzt werden. Dadurch steigt der Eigenverbrauch deutlich. Während ohne Speicher oft nur rund ein Drittel des Solarstroms selbst genutzt wird, kann der Eigenverbrauch mit Batteriespeicher auf über fünfzig Prozent steigen.

Je mehr Strom selbst verbraucht wird, desto weniger muss vom Netz bezogen werden. Genau deshalb spielt der Eigenverbrauch heute eine entscheidende Rolle für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage.

Strompreis Schweiz 2026: Warum Stromspeicher interessanter werden

Die Strompreise in der Schweiz sind in den letzten Jahren gestiegen. Viele Haushalte bezahlen heute rund 27 bis 30 Rappen pro Kilowattstunde. Gleichzeitig ist die Einspeisevergütung für Solarstrom deutlich tiefer und liegt je nach Netzbetreiber oft nur zwischen acht und fünfzehn Rappen pro Kilowattstunde.

Das bedeutet, dass selbst genutzter Strom wesentlich mehr wert ist als eingespeister Strom. Ein Stromspeicher kann helfen, den Eigenverbrauch zu erhöhen und damit weniger Strom vom Energieversorger zu beziehen.

Je grösser der Unterschied zwischen Strompreis und Einspeisevergütung ist, desto eher lohnt sich ein Speicher. Deshalb sind Batteriespeicher im Jahr 2026 wirtschaftlich interessanter als noch vor einigen Jahren.

Was kostet ein Stromspeicher in der Schweiz 2026?

Die Kosten eines Stromspeichers hängen vor allem von der Kapazität ab. Für ein typisches Einfamilienhaus werden meist Speicher zwischen fünf und fünfzehn Kilowattstunden eingesetzt.

Speichergrösse Typische Kosten
ca. 5 kWh CHF 7’000 – 9’000
ca. 8 kWh CHF 9’000 – 12’000
ca. 10 kWh CHF 11’000 – 14’000
ca. 15 kWh CHF 14’000 – 18’000

Am günstigsten ist ein Speicher, wenn er direkt zusammen mit der Photovoltaikanlage installiert wird. Eine spätere Nachrüstung ist möglich, verursacht aber oft höhere Kosten.

Heute werden meist Lithium-Batteriespeicher eingesetzt. Daneben gibt es auch andere Technologien wie Salzspeicher oder Wasserstoffspeicher, die in bestimmten Anwendungen Vorteile haben können, aber meist noch teurer sind.

Photovoltaik mit Speicher: Wie stark verbessert sich die Wirtschaftlichkeit?

Ein Stromspeicher senkt nicht die Kosten der Photovoltaikanlage, sondern erhöht den Eigenverbrauch. Dadurch kann mehr Solarstrom selbst genutzt werden, statt ihn günstig ins Netz einzuspeisen.

Der Unterschied lässt sich vereinfacht so darstellen:

Situation Eigenverbrauch Einspeisung
Photovoltaik ohne Speicher ca. 30 % ca. 70 %
Photovoltaik mit Speicher ca. 60 % ca. 40 %

Bei einem Strompreis von rund 30 Rp. pro kWh kann der höhere Eigenverbrauch mehrere hundert Franken pro Jahr ausmachen. Ob sich ein Speicher lohnt, hängt deshalb stark davon ab, wie viel Strom im Haushalt verbraucht wird und wann dieser Verbrauch stattfindet.

Wer vor allem am Abend oder in der Nacht Strom benötigt, profitiert stärker von einem Batteriespeicher als jemand, der tagsüber viel Strom verbraucht.

Amortisation von Photovoltaik mit und ohne Stromspeicher

Eine Photovoltaikanlage ohne Speicher amortisiert sich in der Schweiz oft innerhalb von etwa zehn bis vierzehn Jahren. Wird zusätzlich ein Stromspeicher eingebaut, verlängert sich die Amortisationszeit meist etwas, weil die Investition höher ist.

Trotzdem kann ein Speicher sinnvoll sein, wenn der Eigenverbrauch deutlich steigt oder wenn der Strompreis hoch ist. Besonders bei Häusern mit Wärmepumpe oder Elektroauto kann ein Speicher helfen, den selbst erzeugten Strom besser zu nutzen.

Auch bei sehr niedrigen Einspeisevergütungen wird ein Speicher interessanter, weil weniger Strom ins Netz abgegeben werden muss.

Wann sich ein Stromspeicher besonders lohnt

Ein Stromspeicher kann sich vor allem in folgenden Situationen lohnen:

  • hoher Stromverbrauch im Haushalt
  • Verbrauch vor allem am Abend oder in der Nacht
  • Wärmepumpe oder Elektroauto vorhanden
  • grosse Photovoltaikanlage
  • tiefe Einspeisevergütung
  • steigende Strompreise

In solchen Fällen kann der Eigenverbrauch stark erhöht werden, was die Wirtschaftlichkeit verbessert.

Wann eine Photovoltaikanlage ohne Speicher sinnvoller ist

Es gibt auch Situationen, in denen ein Speicher wirtschaftlich weniger sinnvoll ist:

  • niedriger Stromverbrauch
  • viel Verbrauch tagsüber
  • sehr kleine Photovoltaikanlage
  • begrenztes Budget
  • relativ hohe Einspeisevergütung

In diesen Fällen kann es sinnvoller sein, zuerst eine grössere Photovoltaikanlage zu bauen und den Speicher später zu prüfen.

Eigenverbrauch ist der wichtigste Faktor

Für die Wirtschaftlichkeit ist heute nicht mehr die Förderung entscheidend, sondern der Eigenverbrauch. Je mehr Solarstrom selbst genutzt wird, desto schneller rechnet sich die Anlage.

Neben einem Stromspeicher kann der Eigenverbrauch auch durch andere Massnahmen erhöht werden, zum Beispiel durch eine Wärmepumpe, ein Elektroauto oder ein Energiemanagementsystem. In Mehrfamilienhäusern kann auch ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch helfen, den Strom besser zu nutzen.

Ein Speicher ist deshalb nicht immer notwendig, kann aber in vielen Fällen ein wichtiger Baustein für eine wirtschaftliche Photovoltaikanlage sein.

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